Mordsgouda: Als Deutsche unter Holländern by Annette Birschel

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By Annette Birschel

Sie sind vernarrt in Frittiertes, züchten die schönsten Tulpen (und wässrigsten Tomaten) der Welt - und lieben nichts mehr als Urlaub im Wohnwagen. Annette Birschel lebt seit über zehn Jahren im Land der Kaufleute und Pfarrer. In ihrem Buch gibt sie Antworten auf Fragen, die uns Deutsche seit jeher beschäftigen: Warum hassen Holländer Gardinen? Schmecken Bitterballen wirklich sour? Und wieso muss im Oranje-Land immerzu alles lekker, leuk und makkelijk* sein? Eine überfällige Bestandsaufnahme unseres sympathischen Nachbarn im Westen - mit Humor und feinsinnigem Spott erzählt.

* übersetzt etwa: toll, lustig und unkompliziert

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Der Aschenbecher stand in Reichweite, und es gab keine missbilligenden Blicke, wenn ich mal wieder zum Feuerzeug griff. Auch das war eine nicht zu verachtende Nebenwirkung meines neuen Status der Frisch-Entliebten. Diese Phase schien nun unwiederbringlich vorbei zu sein. Das konnte ich zuerst riechen und dann auch sehen. Die Flasche Jenever stand nicht mehr vor meinem Teller, der Aschenbecher war auch nicht zu sehen. Und statt Provolone und Parmaschinken lagen nun blässlich-graue Röllchen, Bällchen und Stäbchen auf dem Tisch, und mittendrin stand die Fritteuse.

Ein wildes Gebimmel von mindestens fünf Fahrradklingeln ertönte. Ich war ein Hindernis. �Sorry«, rief ich einem Mann schuldbewusst zu, der sich zwischen mir und dem Polizeiwagen hindurchschlängelte. Ich bin mir nun mal immer noch nicht ganz sicher, ob die Ordnungshüter das moet-kunnen-Prinzip auch so gut finden. Schon der Anblick eines Polizeiautos setzt bei mir automatisch eine selbstkritische Prüfung in Gang: Habe ich in den letzten 14 Tagen auch alles richtig gemacht, sind die Steuern bezahlt und entspricht mein Rad allen Sicherheitsvorschriften?

Dass ich von Genf über den australischen Umweg schließlich in Amsterdam landete, lag natürlich nicht nur am Fußballgott Cruijff. Und die paar indischen Biere waren auch nicht ausschlaggebend. Da hatten der Winzling, der in meinem Bauch seine ersten Freistöße trainierte, und natürlich sein Vater, doch eine wichtigere Rolle gespielt. Inzwischen überragte mich der Winzling beinahe und verwandelte treffsicher fast jeden Elfmeter. Ich seufzte und griff zum Staubsauger. Als ich am Abend die kleine Eckkneipe betrat, war diese schon brechend voll.

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