Judith Butler zur Einführung by Hannelore Bublitz

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By Hannelore Bublitz

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Mit Bezug auf die Kontroverse über das sog. Mastergen, mit dem Forscher des MIT 1987 einen »verborgenen, sicheren Be­ stimmungsfaktor des Geschlechts«, nämlich »>die binäre Schalt­ stelle< entdeckt zu haben [glaubten], von der alle dimorphen Ge­ schlechtsmerkmale abhängen« (UG: 159), stellt Butler fest, dass die geschlechtliche Kategorisierung der Testpersonen als männ­ lich oder weiblich durch Rückgriff auf die offenkundigen primären und sekundären Geschlechtsmerkmale vorgenommen wurde. 57 Für die genetischen Analysen der Molekularbiologie ist das Modell eines genetischen Codes grundlegend.

Unabhängig von den Protesten wirkt der Name weiter. <] wechselt das Kleinkind von einem 'es< zu einer >sie< oder einem 'er<; und mit dieser Benennung wird das Mädchen«, so Butler, >))mädchenhaft< gemacht, es gelangt durch die Anrufung des sozialen Geschlechts in den Bereich von Sprache und Verwandtschaft« (KvG: 29). Die "Anrufung« zitiert eine gesellschaftliche Ordnung und schreibt diese - auch gegen den Willen der betreffenden Person - in das Individuum ein. Sie ist, über den "Ruf« hinaus, "eine ganz bestimmte Insze34 nierung des Rufes« (PdM: 101), nämlich eine »Aufforderung, sich dem Gesetz anzuschließen, als Umwendung [ ...

Es steht im Dienst der (Hetero-)Sexualität, die das Geschlecht als binäres markiert. Dabei handelt es sich nicht einfach um eine binäre Differenz der Geschlechter, sondern um die Markierung einer Differenz, in der das männliche Geschlecht als - universelles und allgemei­ nes - Subjekt firmiert und das weibliche den Subjektstatus niemals erreicht. Durch die kulturelle Matrix bekommt das Ge­ schlecht eine Unausweichlichkeit. Es kann nicht wie eine Ver­ kleidung oder Maskerade gewechselt werden, sondern ist als »wahres«, »authentisches« grundlegend für die Einheit einer Iden­ tität.

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