Handlung, Interpretation, Kritik: Grundzüge einer by Jürgen Straub

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By Jürgen Straub

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Luck­ manns Behauptung wurde zitiert, weil sie so offenkundig überzogen ist. So schließt sie beispielsweise die gerade zur Welt gekommenen und auch die an bestimmten Krankheiten leidenden Personen kurzerhand aus dem Kreis der Menschen aus. "Alle Menschen zu allen Zeiten" sind bei Luckmann (und ande­ ren) die sogenannten "normalen" und bereits (mehr oder minder) "entwickel­ ten" Personen. Ich brauche diesen Gesichtspunkt hier nicht vertiefen, zumal auch in der vorliegenden Arbeit der Akteur als ein mehr oder minder entwik­ keltes animal rationale als Bezugspunkt fungiert.

Selbstverständlich reduziert Schütze die Funktion der genannten Kommunikationsschemata nicht auf die Aufgabe der Sachverhaltsdarstellung. Das Argumen­ tieren als das dritte von Schütze genannte Kommunikationsschema dient ohnehin ganz ande­ ren Zwecken, so daß diesbezüglich der Ausdruck "Sachverhaltsdarstellung" eigentlich nicht recht paßt. 36 I. Handlung Akte können Aspekte des Selbst in kreativer Weise schaffen, gestalten und um­ bilden. Das Medium der Sprache ermöglicht es dabei in einzigartiger Weise, den Selbstausdruck zu reflektieren und schließlich in das Selbstbewußtsein und Selbstverständnis des Sprechers zu integrieren.

Für die Differenzierung und Weiterentwicklung von Lenks Ansatz ist darüber hinaus dessen Auseinandersetzung mit den Arbeiten Abels von besonderer Bedeutung (vgl. hierzu Lenk, 1 988). Abel selbst hat, von Nietzsches metaphysikkritischem und radikalhermeneutischem Interpretationismus herkom­ mend, eine subtile Interpretationsphilosophie vorgelegt und in ihren Beziehungen zur philo­ sophischen Tradition sowie zu neueren Entwicklungen in der sprachanalytischen Philosophie (Davidson, Goodman, Nagel, Putnam, Rorty) geklärt (Abel, 1 988a, 1 988b, 1 989, 1 993).

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