Der Zweite Weltkrieg: Kriegsführung und Politik, 10. Auflage by Lothar Gruchmann

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By Lothar Gruchmann

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Der polnische Oberbefehlshaber, Marschall Rydz-Smigly, beabsichtigte, die peripher gelegenen lebenswichtigen Rüstungs- und Versorgungsgebiete Polens zu verteidigen und gegen Ostpreußen sogar offensiv vorzugehen. Darüber hinaus hegte er den utopischen Plan, im Zusammenwirken mit den zum Angriff antretenden Westmächten nach Berlin vorstoßen zu können. Die Konzeption des polnischen Generalstabes ist nur aus einer verhängnisvollen Unterschätzung der deutschen Kräfte und der operativen Möglichkeiten der modernen Luftund Panzerwaffen sowie aus der Erwartung einer englisch-französischen Großoffensive im Westen zu erklären.

August auch formal festgelegt hatte, daß die Garantie nur gegen aggressive Schritte Deutschlands gerichtet sei. Abgesehen davon, daß es von den Westmächten realpolitisch unklug gewesen wäre, sich in dieser Lage mit der Sowjetunion einen zusätzlichen Gegner aufzuladen und diese Macht in das Lager Hitlers zu drängen, zeigte sich im Verhalten der Westmächte nochmals deutlich, daß nicht der Schutz Polens, sondern die Verhinderung der deutschen Vorherrschaft das primäre Ziel der westlichen Garantiepolitik gewesen war.

Das aus 110 Divisionen bestehende französische Heer, von denen 16 an der italienischen Grenze und eine Anzahl weiterer in Nordafrika standen, unternahm keine Offensive auf die deutsche Westgrenze, die zugunsten des Polenfeldzuges bis auf 8 aktive und 26 Reserve- und Landwehrdivisionen mit einem Munitionsvorrat für drei Kampftage von Streitkräften entblößt worden war. Ein schwacher Erkundungsvorstoß gegen den Höhenzug des Warndt bei Saarbrücken war alles, was von der Entlastungsoffensive übrigblieb, die den Polen im »Gamelin-KasprzyckiAbkommen« vom Mai 1939 versprochen worden war und spätestens 15 Tage nach dem ersten französischen Mobilmachungstag beginnen sollte.

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