Das Glück der Familie Rougon (Bd.1) by Emile Zola

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Sie erinnerten sich an die geringsten Uferwindungen, an die einzelnen Steine, auf die man springen mußte, wollte man die Viorne überqueren, die zu jener Jahreszeit dünn wie ein Faden ist, und an gewisse Grasmulden, in denen sie ihre zärtlich verliebten Träume geträumt hatten. Deshalb schaute Miette mit Sehnsucht von der Brücke hinab nach dem rechten Flußufer hinüber. « Nach einem kurzen Schweigen, die Augen immer noch auf die Ufer der Viorne geheftet, sprach sie weiter: »Sieh doch, Silvère, diese schwarze Masse da unten, vor der Schleuse ...

Sobald er sich in Deckung fühlte, verlangsamte er seine Schritte. Er war jetzt in dem grünen Gang, der an der Mauer hinter den Bretterstößen entlangläuft. Hier vernahm er nicht einmal mehr das Geräusch der eigenen Schritte. Das gefrorene Gras unter seinen Füßen knisterte kaum. Ein Gefühl des Wohlbehagens schien sich seiner zu bemächtigen. Er mußte diesen Ort wohl gern haben, keinerlei Gefahr hier fürchten und nur Angenehmes und Gutes suchen. Jetzt verbarg er seine Flinte nicht mehr. Der Gang erstreckte sich gleich einem Schattengraben; hin und wieder glitt der Mondschein zwischen zwei Bretterhaufen hindurch und schnitt einen Lichtstreifen ins Gras.

Hier ist eine Wildnis, ein Streifen Grün, von dem aus man nur hier und da ein Stückchen Himmel sieht. In diesem Gang an der mit Moos bewachsenen Mauer, dessen Boden von einem dicken und dichten Wollteppich bedeckt zu sein scheint, herrschen noch der üppige Pflanzenwuchs und die schaudererregende Stille des einstigen Friedhofs. Man spürt hier das Wehen des heißen, kaum merklichen Hauchs wollüstiger Verwesung, der aus den von der Sonnenglut durchwärmten alten Gräbern steigt. In der ganzen Umgebung von Plassans gibt es keinen Ort, der mehr von innerem Leben aufgewühlt wäre, mehr durchzittert von Wärme, Einsamkeit und Liebe; und dort ist es köstlich zu lieben.

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